Kein Testament? Es gilt das gesetzliche Erbrecht!

Hat ein Verstorbener (Erblasser) kein Testament hinterlassen, kommt das gesetzlich geregelte Erbrecht zum Tragen. Mit der gesetzlichen Erbfolge wird festgeschrieben, wer das Vermögen eines Verstorbenen erhält, wenn dieser keine letztwillige Verfügung (Testament; Erbvertrag) hinterlassen hat. Erben mehrere Personen, so regelt die gesetzliche Erbfolge zusätzlich, wie groß der Anteil des Einzelnen an der Erbengemeinschaft ist.

Zunächst einmal kommen vorrangig der überlebende Ehegatte bzw. ein Lebenspartner, gegebenenfalls auch die nähere Verwandtschaft für ein Erbe in Frage. Hierbei werden die Verwandten in Erbordnungen unterteilt:

  1. Gesetzliche Erben der ersten Ordnung sind die Abkömmlinge des Erblassers (Söhne/Töchter). 
  2. Gesetzliche Erben der zweiten Ordnung sind die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (Vater, Mutter, Geschwister). 
  3. Gesetzliche Erben der dritten Ordnung sind die Großeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (Oma, Opa, Großtante, Großonkel). 
  4. Gesetzliche Erben der vierten Ordnung sind die Urgroßeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (Uroma, Uropa, Großtante, Großonkel). 
  5. Gesetzliche Erben der fünften Ordnung und der ferneren Ordnungen sind die entfernteren Voreltern des Erblassers und deren Abkömmlinge.

Nach dieser formalen Unterscheidung ist nunmehr das Ordnungssystem grundlegend. Hiernach ist ein Verwandter nicht zur Erbfolge berufen, wenn ein (auch mit ihm selbst) Verwandter der vorhergehenden Ordnung vorhanden ist (§ 1930 BGB). Verwandte erster Ordnung schließen somit alle anderen Verwandten aus. Eine Ausnahme gilt beim Ehegattenerbrecht.

Innerhalb der Ordnung gilt das Repräsentationsprinzip. Danach schließt ein zur Zeit des Erbfalls (Tod des Erblassers) lebender Angehöriger alle durch ihn mit dem Erblasser verwandten Personen aus. Innerhalb der einzelnen Ordnungen erfolgt die Verteilung des Nachlasses sodann unterschiedlich.

WUSSTEN SIE SCHON: Erbberechtigt ist auch, wer zum Zeitpunkt des Erbfalles noch nicht geboren, aber bereits gezeugt ist (Nasciturus), § 1923 Abs. 2 BGB. Dieser Erbberechtigte wird in der Regel durch einen Leibesfruchtpfleger vertreten.

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